Neue Arbeitswelten – gekommen, um zu bleiben?

Nachlese zum 169. Themenforum des Führungsforums Innovative Verwaltung

Am 14. Jänner 2026 fand das erste Themenforum des Führungsforums Innovative Verwaltung im neuen Jahr statt, im modernen Expat Center der Wirtschafsagentur Wien. Unter dem Titel „Neue Arbeitswelten – gekommen, um zu bleiben?“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Arbeitswelt über aktuelle Entwicklungen rund um New Work und Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst.

Nach Willkommensworten von Bettina Litschauer von der Wirtschaftsagentur und der herzlichen Begrüßung durch Werner Trock, führte Thomas M. Klein, Geschäftsführer von Wonderwerk, als Moderator durch den Abend. Er eröffnete die Diskussion mit der Frage, was New Work jenseits von Schlagworten tatsächlich bedeutet.

Den inhaltlichen Auftakt machte Lena Marie Glaser, die betonte, dass New Work häufig vorschnell mit Homeoffice oder neuen Bürokonzepten gleichgesetzt werde. Entscheidend seien jedoch Arbeit auf Augenhöhe, veränderte Führungsverständnisse und ein ernst gemeinter Kulturwandel. Gerade im öffentlichen Dienst sei dieser Wandel durch eine neue Generation am Arbeitsmarkt deutlich spürbar.

Aus Sicht der Stadt Wien schilderte Maximilian Biwald, wie herausfordernd New Work in einer Großorganisation ist. Mit rund 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in sehr unterschiedlichen Berufsfeldern sei klar, dass es keine einheitlichen Lösungen geben könne. Wien habe dennoch früh auf neue Anforderungen reagiert, mobile Arbeitsformen erprobt und zahlreiche Pilotprojekte umgesetzt.

Die Perspektive der Landesverwaltung Niederösterreich brachte Verena Krammer ein. Sie unterstrich, dass New Work weit über flexible Arbeitsorte hinausgehe und vor allem eine Veränderung von Kultur und Führung erfordere. Für funktionierende hybride Arbeitsformen nannte sie drei zentrale Faktoren: Vertrauen, Verlässlichkeit und Verbundenheit.

Sektionsleiter Andreas Buchta-Kadanka betonte, dass auf Bundesebene viele Tätigkeiten in der Verwaltung schon immer autonom organisiert waren. Ein Schlüsselfaktor für neue Arbeitsformen sei eine klare Zielsteuerung, die Orientierung und Stabilität schafft.

Im weiteren Verlauf rückte Künstliche Intelligenz in den Fokus. Lena Marie Glaser betonte die Notwendigkeit, vom bloßen Ausprobieren hin zur bewussten Implementierung zu kommen. KI müsse als Kulturthema verstanden werden, niemand dürfe abgehängt werden. Auch die Rolle der Führung verändere sich – weg von Kontrolle, hin zum Ermöglichen.

Aus dem Publikum kam schließlich die Frage nach Ängsten im Zusammenhang mit KI. Hier wurde die Bedeutung von Dialog, Offenheit und Zeit für Veränderung betont.

Das Themenforum zeigte deutlich: Neue Arbeitswelten und Künstliche Intelligenz sind kein Fixzustand, sondern ein laufender Gestaltungsprozess. Der gelungene Abend fand bei Buffet, Gesprächen und Networking einen angenehmen Ausklang.