Wirtschaftsstandort und Nachhaltigkeit – ein Widerspruch?

FIV-Nachlese 139. Themenforum – Elisabeth Hirt
Mittwoch, 23. Oktober 2019 um 17.00 Uhr
Flughafen Wien, Besucherwelt Erlebnisraum

Die Moderatorem Mag. Martin Haidvogl, Magistratsdirektor der Stadt Graz und Dr. Matthias Tschirf, Präsidialchef im BM für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort im Gespräch über Wirtschaftsstandort und Nachhaltigkeit mit Mag. Dr. Jürgen Schneider, Sektionschef im BM für Nachhaltigkeit und Tourismus und  Prof. Dr. Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG.

Magistratsdirektor Erich Hechtner freute sich zu Beginn der Veranstaltung „Wirtschaftsstandort und Nachhaltigkeit – ein Widerspruch?“, dass dem „Forum Innovative Verwaltung“ mit dem Flughafen Wien „neue Welten geöffnet“ werden.

Vorstandsdirektor Günther Ofner stellte dazu fest, dass über 80 Prozent der Menschen noch nie in einem Flugzeug gesessen, aber dennoch drei Milliarden Menschen in den Mittelstand aufgestiegen seien und es Teil unseres genetischen Codes sei „Neues und Fremdes kennenzulernen“. Aktuell würden weltweit 900 Flughäfen gebaut und erweitert, vor allem in China.

Laut „Mr. Klimaschutz“ Jürgen Schneider aus dem Nachhaltigkeitsministerium sei das Thema Klimaschutz im letzten Jahr in der öffentlichen Debatte angekommen. Aber bereits seit fünf Jahren gelte der Klimawandel im Risikobericht des World Economic Forum als größtes Risiko für den Wohlstand. „Und Risiko muss man managen“, so  Schneider. Die Klimakrise sei laut ihm das „größte Marktversagen“. Die künftige Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hob er in diesem Zusammenhang sehr positiv hervor. Es sei „common knowledge, dass man was tun muss“. Natürlich sei der Flugsektor einer der herausforderndsten Bereiche; Ziel sei die klimafreundliche Mobilität.

Ofner verwies darauf, dass Wien einer der ersten klimaneutralen Flughäfen sein werde und sagte, ein weiteres Jahrzehnt der Symbolmaßnahmen „können wir uns nicht leisten“. Priorität Nr. 1 sei der klimaneutrale Flugzeugtreibstoff. So werde in Holland bereits Kerosin aus Luft produziert. Ebenso wichtig sei eine einheitliche europäische Flugsicherung. Auch laut Schneider spielten synthetische Treibstoffe eine große Rolle. Für Ofner ist die „Stimmigkeit politischer Maßnahmen“ wichtig. Fliegen habe sich vom Luxusgut zum Allgemeingut gewandelt und daher sei vor allem bei den Flugpreisen immer auch die sozialpolitische Komponente mitzudenken. Schneider gab als Beispiel an, dass ein Ölofen nicht mehr klimagerecht sei, aber ein Flug nach London 19,90 Euro koste und war daher betreffend die Stimmigkeit von politischen Maßnahmen mit Ofner einer Meinung.

Moderiert wurde die spannende Diskussion von Präsidialchef Matthias Tschirf und Magistratsdirektor Martin Haidvogl, die zum Schluss Fragen an das Publikum weiterreichten.

Nach einer intensiven Diskussion zeigten Ofner und Schneider abschließend noch einmal ihren Optimismus. Schneider sagte: „Die Lösung für den Klimawandel gibt es“ und Ofner fügte hinzu, wir hätten alle Mittel in der Hand, um die Probleme zu lösen. So habe China in den vergangenen fünf Jahren 35 Milliarden Bäume gepflanzt.

Der Abend klang passend bei einem Rundgang durch den Erlebnisraum aus, inklusive virtuellem Gepäcktransfer und einem Flug über Schwechat per Flugsimulator. Die anregenden Gespräche bei Brötchen und süßen Kleinigkeiten rundeten den gelungen Abend ab.


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